Wenn man die Philippinen in den Suchmaschinen eingibt, taucht als Highlight immer wieder das Schwimmen mit Walhaien auf. Auch für uns hatte die Möglichkeit einen Walhai zu sehen, eine große Gewichtung für die Auswahl der Philippinen als Reiseland. Wir hatten dieses faszinierende Tier bereits von einem Boot aus in Sri Lanka bewundern dürfen. Aber die Vorstellung mit so einem sanften Riesen zu schwimmen, hatte uns nicht mehr losgelassen. Allerdings verflog die Freude etwas, beim Recherchieren der Möglichkeiten. Uns ist klar, dass es ein einmaliges Erlebnis ist und es daher sehr viele Menschen erleben möchten. Jedoch ist der kommerzielle Weg wie es manchmal gehandhabt wird, in unseren Augen mehr als fragwürdig.
Nach unseren Recherchen gibt es insgesamt 3 Walhai-Spots auf den Philippinen:
Oslob auf der Insel Cebu
Auf der Insel Cebu wird das Walhai-Schwimmen groß aufgezogen und leider auch kommerziell ausgeschlachtet. Damit die Walhaie auch kommen und sich längere Zeit an Ort und Stelle aufhalten, werden diese angefüttert. Dadurch kommen die Tiere in größerer Anzahl an einen Ort und durch das Überangebot verändert sich ihr natürliches Wanderverhalten. Auch die vielen Boote im Wasser können problematisch werden und die Fische verletzen. Es geht um Massenabfertigung und um das perfekte Foto. Mittlerweile wurde die Anzahl der Touristen auf 500 pro Tag reduziert, immerhin. Es werden einzelne Boote vollgeladen, dann fährt man aufs Wasser um anschließend 30 Minuten mit den Tieren zu verbringen. Es gibt zwar Verhaltensregeln, welche allerdings nicht unbedingt eingehalten oder kontrolliert werden. Das ganze findet zumindest nur Morgens bis Vormittags statt, so haben die Tiere mittags hoffentlich noch etwas ihre Ruhe.
Cebu ist nicht nur für die Walhaie bekannt. Was es alles Schönes zu entdecken gibt, kannst du hier nachlesen.
Donsol, Luzon
Donsol auf der Insel Luzon, wird als das Walhai-Capital bezeichnet. Hier gibt es während der Hauptsession November/Dezember bis Mai/Juni viele Walhai zu beobachten. Es wird ganz ohne Anfüttern gehandhabt und auf die artgerechte Behandlung der Tiere geachtet. Während der Hauptsession gibt es viele Touristen, das kleine Städtchen hat sich auf das Walhai-Watching ausgelegt. Da es sich um das große weite Meer handelt, gibt es aber keine Garantie einen zu sehen.
Pintuyan, Süd-Leyte
Wir waren für das Schwimmen mit Walhaien auf der Insel Süd-Leyte im Örtchen Pintuyan. Hier ist der Tourismus noch nicht wirklich angekommen, was ich sehr schön finde und hoffe, dass es auch lange so bleibt. Die Anreise war sehr abenteuerlich und hat ohne Flugzeug 2 Tage gedauert. Süd-Leyte ist eher fürs Tauchen bekannt, aber so langsam kommt auch hier der Walhai-Tourismus an. Deswegen sind wir ja auch hin…
Man kann sich ein Boot mieten, mit dem 3 Stunden die Küste abgefahren und nach einem Walhai Ausschau gehalten wird. Zusätzlich werden oft Fischer/Spotter dazu geholt, die ebenfalls nach den sanften Riesen suchen. Wenn es dann soweit ist und einer gesehen wird, geht es ganz schnell. Rein ins Wasser und mit etwas Glück kann dieser unglaublich schöne Fisch bewundert werden.
Wir hatten unglaubliches Glück und einen Walhei ganz für uns alleine. Es war einfach atemberaubend und ein unbeschreiblicher Moment der Philippinen-Reise. Bei der zweiten Sichtung waren es dann schon ca. 15 Menschen und es hat sich eher nach einer „Jagd“ angefühlt.
Ich bin unglaublich dankbar, dass wir mit diesem atemberaubenden Fisch durch die Meere gleiten durften. Es ist immer noch surreal und kaum in Worte zufassen. Ich hoffe, dass in Süd-Leyte der Massen-Tourismus ausbleibt und es trotzdem magische Momente mit den sanften Riesen geben wird, für diejenigen, die gerne eine komplizierte Anreise für so ein Erlebnis in Kauf nehmen.
Fazit
Wenn du Walhaie auf den Philippinen sehen möchtest, empfehlen wir Donsol oder Süd-Leyte. Oslob finden wir aufgrund des Anfütterns und der Massenabfertigung nicht vertretbar. Es wird leider bestimmt noch genug Menschen geben, die dies unterstützen werden. Ich drücke dir die Daumen, das es ein unglaubliches Erlebnis mit einem Walhai geben wird.
Zu guter Letzt - Infos zum Walhai
Der Walhai ist der größte Hai und der größte Fisch der Welt. Er kann bis zu 13 Meter groß und bis zu 12 Tonnen schwer werden. Auch das Alter mit bis zu 100 Jahren ist wirklich erstaunlich. Geschlechtsreif werden die sanften Riesen erst ab 15 – 30 Jahren. Der Rücken ist grau-blau mit weißen Punkten und Strichen, während der Bauch komplett weiß ist. Das Muster der Punkte ist bei jedem Walhai einzigartig und auch das besondere Markenzeichen der Fische. Die Tiere haben ein sehr breites Maul, das sich über die gesamte Länge des Kopfes erstreckt. Die Ernährung besteht hauptsächlich aus Plankton. Durch das Saugen von Wasser können auch kleine Fische und leider auch sehr viel Mikroplastik im Bauch des Riesen landen. Für den Menschen sind diese grandiosen Tiere komplett ungefährlich. Auch hier ist der Mensch für den Walhai viel gefährlicher.
In den letzten Jahren hat sich der Bestand stark reduziert, sodass er auf der Liste der bedrohten Tierarten als „gefährdet“ eingestuft wurde. Auf den Philippinen ist das Jagen der sanften Riesen zum Glück verboten, es gibt aber leider noch genug andere Länder in Asien, die diese wunderschönen Fische aufgrund ihres Fleisches jagen. Zudem landen die Tiere als Beifang in den riesigen Schleppnetzen der industriellen Fischerei. Und das leider oft, bevor sie das geschlechtsreife Alter erreichen.
Um Walhaie und ihre Lebensweise besser erforschen zu können, haben Wissenschaftler ein System entwickelt, um das individuelle Punktemuster der einzelnen Fische zu bestimmen und so die Tiere wieder erkennen zu können. Wer ein Walhai fotografiert hat, kann dies in der Datenbank von the Wildbook of whalesharks mit Tag und Ort hochladen. Die Forscher nehmen die Schnappschüsse gerne an und werten sie aus.
Wer die Arbeit darüberhinaus unterstützen möchte, kann auch einen Walhai adoptieren und bekommt eine Meldung, wenn der adoptierte Walhai wieder gesichtet wird. Das Geld wird für die Erforschung der Walhaie, sowie für die Aufrechterhaltung der Datenbank verwendet.
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